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DACHAU LIEST 2020

Die Stadtbücherei Dachau veranstaltet vom 07.10. -  16.10.2020 zum 7. Mal das Lesefestival „DACHAU LIEST“ mit bekannten Autorinnen und Autoren. In diesem Jahr werden Alice Schwarzer, Volker Hage, Heinrich Steinfest, Helmut Krausser, Monika Baumgartner und Michael Lerchenberg lesen.  Für die Kinderveranstaltung haben wir die „Frag doch mal die Maus“ - Autorin Sylvia Englert eingeladen.

Der Vorverkauf für das Lesefestival "Dachau liest 2020" beginnt am 14. September 2020. Karten sind ausschließlich im Vorverkauf und als print@home-Tickets über www.muenchenticket.de erhältlich.

Mittwoch, 7.10.2020              Beginn 20.00 Uhr              Ludwig-Thoma-Haus

Lebenswerk

Rückblick, Bilanz, Ausblick.

Am 07.10.2020 liest Alice Schwarzer aus ihrer Autobiografie „Lebenswerk“. Über Jahrzehnte prägte sie mit ihrer Streitbarkeit ein ganzes Land und tut es bis heute. Alice Schwarzer legt, nach ihrem „Lebenslauf“ (2011), den zweiten Teil ihrer Autobiographie vor: ihr „Lebenswerk“, von Mitte der 70er Jahre bis heute. Sie erzählt von den großen Themen ihres Lebens und wie es ihr bei all dem erging und ergeht. Ein Rückblick auf 50 Jahre leidenschaftliches Leben, bei dem das gesellschaftliche Ausmaß ihrer politischen Interventionen sichtbar wird: Alice Schwarzers Kampf für eine »Vermenschlichung der Geschlechter«, ihr frühes Engagement gegen (Sexual)Gewalt an Frauen und Kindern, gegen die Männerjustiz und das Abtreibungsverbot, gegen Pornografie und Prostitution, bis hin zu #MeToo und ihrer Kritik am fundamentalistischen, politischen Islam. Über 40 Jahre als Verlegerin und Chefredakteurin von EMMA nicht zu vergessen. Ein Abend voller Erinnerungen und Begegnungen, darunter, neben Beauvoir und Sartre, Romy Schneider, Gräfin Dönhoff und Margarete Mitscherlich, und über 30 Jahre auch Angela Merkel.

Die Feministin ist Gründerin und Herausgeberin der Frauenzeitschrift Emma und eine der bekanntesten Vertreterinnen der deutschen Frauenbewegung.

Donnerstag, 8.10.2020              Beginn 20.00 Uhr              Ludwig-Thoma-Haus

Schriftstellerporträts

Volker Hage liest am 08.10.2020 aus seinem Buch „Schriftstellerporträts“. Sein Metier sind Bücher und ihre Verfasser. Als Literaturredakteur hat Volker Hage viele Autoren persönlich getroffen oder mit ihnen per Telefon, Brief und Fax kommuniziert, und er hat seine Gesprächspartner wie auch andere Schriftsteller in kompakten Texten porträtiert; spannend erzählte Begegnungen mit Büchern und deren Verfassern - von Marcel Proust bis Christoph Ransmayr.
Er ist ein Erzähler: Das prägt von früh an die Arbeiten und Analysen des Literaturkritikers Volker Hage. Stets ist bei ihm das Urteil mit der höchst anschaulichen und verständlichen Darstellung von Werk und Autor verbunden, ob bei Klassikern oder Zeitgenossen. Immer wieder geht es Volker Hage dabei um die Frage des autobiografischen Hintergrunds, der Mühsal des Schreibens und der Freude am fertigen Werk, der Krisen, Brüche und des Selbstverständnisses. Das macht die Porträts nebenbei zu einem spannenden Spiegel der Wechselwirkung von Zusammenarbeit, Nähe und Distanz.

Volker Hage, geboren in Hamburg, lebt dort als Schriftsteller und Journalist. Er arbeitete als Literaturredakteur bei der Frankfurter Allgemeinen, der Zeit und von 1992 bis 2014 beim SPIEGEL. Er ist Verfasser und Herausgeber zahlreicher biographischer und literaturtheoretischer Bücher.

Freitag, 9.10.2020              Beginn 20.00 Uhr              Ludwig-Thoma-Haus,

Der Chauffeur

Am 09.10.2020 stellt Heinrich Steinfest sein neues Buch „Der Chauffeur“ vor. In der Welt des Chauffeurs Paul Klee herrschen Übersicht und Präzision. Aber das Leben hält keine Garantie für unendliche Ordnung bereit: Nach einem schweren Autounfall und einer nicht minder schweren Fehlentscheidung beschließt er, ein kleines Hotel ganz nach seinen Vorstellungen zu führen. Und das Glück will es, dass er sich in die Maklerin Inoue verliebt. Also planen sie das Haus gemeinsam, von den Zimmern bis zur Bar, von den Sesseln bis zum Frühstück. Aber Klees ideale Welt zerbricht ein zweites Mal - und er entschließt sich zu einem für ihn sehr überraschenden Schritt ... "Der Chauffeur" ist Heinrich Steinfests intensivster Roman und die Geschichte eines Mannes, den die Liebe und der Tod einmal zu oft behelligen.

Heinrich Steinfest geboren in Albury, Australien, ist Schriftsteller und bildender Künstler. Er war zweimal für den Deutschen Buchpreis nominiert und wurde mit dem Heimito-von-Doderer Literaturpreis sowie dem Bayrischen Buchpreis ausgezeichnet.

Samstag, 10.10.2020              Beginn 20.00 Uhr              Adolf-Hölzel-Haus

Für die Ewigkeit

Helmut Krausser liest am 10.10.2020 aus seinem neuen Werk „Für die Ewigkeit“. Buenos Aires 1902: Der aus Deutschland geflohene Student Jörg Jäger verdingt sich als Klavierlehrer der schönen Fabrikantentochter Francisca „Cis“ Alameda, verfällt ihr und fordert sein Schicksal heraus. Die beiden fliehen quer durch Südamerika, verfolgt von den Häschern des Vaters und einem besonderen Detektiv, dem perfiden Fredo Torres, der die junge Cousine für sich will. Nach tragischen und auch komischen Komplikationen kommt es zum Showdown in Rio: Es gibt einen Toten und einen spektakulären Prozess. Helmut Krausser zeigt, warum er zu den großen Literaten des Landes zählt – ein reifes Werk über erotische Anziehung, Liebe und Verrat, Schuld und Sühne sowie mit der sprachlichen Verve und dem klugen Witz, die sein Œuvre seit Jahrzehnten auszeichnen.

Helmut Krausser, geboren 1964 in Esslingen, schreibt Romane, Erzählungen, Lyrik, Tagebücher, Hörspiele, Theaterstücke, Drehbücher und komponiert Musik. Mehrere seiner Bücher wurden verfilmt und seine Werke wurden in alle wichtigen Sprachen übersetzt. Er lebt in Berlin.

Sonntag, 11.10.2020              Beginn 17.00 Uhr               Ludwig-Thoma- Haus

Alles eine Frage der Einstellung

Die Volksschauspielerin Monika Baumgartner liest am 11.10.2020 aus ihrer Autobiografie „Alles eine Frage der Einstellung“. Was passiert, wenn eine Schauspielerin ein Rendezvous mit ihren Rollen hat? Zum Beispiel mit Lisbeth Gruber, der Mama vom „Bergdoktor“. In ihrem berührenden Buch rückt die beliebte Volksschauspielerin Monika Baumgartner ihren Figuren auf den Leib – und erzählt so ihr spannendes Leben. Unterhaltsam und humorvoll berichtet sie von ihrer Kindheit zu fünft auf 42 Quadratmetern, von den wilden 1960er-Jahren in München, von großen und kleinen Lieben, ihrem für damalige Verhältnisse unkonventionellen Entschluss, Schauspielerin zu werden – und all den Rollen und illustren Begegnungen, die dies mit sich brachte. Sie erzählt, wie sie die Rolle der Rumplhanni im gleichnamigen Film ergatterte, der ihren Durchbruch bedeutete. Von Lisbeth Gruber aus der populären ZDF-Serie "Der Bergdoktor", die in diesem Buch zu ihrem veritablen Alter Ego wird. Und natürlich erzählt sie vom Handwerk. Denn wenn Monika Baumgartner keine Schauspielerin geworden wäre, dann gerne KFZ-Mechanikerin. Was ist eine Frau schließlich ohne Bohrmaschine und Kombizange?

Monika Baumgartner lebt bei München. Sie studierte Schauspiel an der Otto-Falckenberg-Schule. Seit 2008 spielt sie die Lisbeth Gruber in der Fernsehserie „Der Bergdoktor“ im ZDF. Daneben steht sie regelmäßig auf verschiedenen Theaterbühnen. Sie gilt als eine der letzten großen Volksschauspielerinnen.

Donnerstag, 08.10.2020              15.00 Uhr              Ludwig-Thoma-Haus

„Frag doch mal die Maus“ – „Vulkane und Erdbeben“

Die Kinder- und Jugendbuchautorin Sylvia Englert stellt am 08.10.2020 ihren neuen Titel „Vulkane und Erdbeben“ aus der beliebten Sachbuchserie „Frag doch mal die Maus“ vor. Dabei wird sie auch spannende Experimente vorführen und von ihren aufregenden Reisen zu aktiven, aber auch schlafenden Vulkanen der Welt erzählen.

Sylvia Englert hat schon viele Jugendromane (unter dem Pseudonym Katja Brandis) und Kinderbücher veröffentlicht Mit der "Wörterwerkstatt" war sie für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Fragen beantwortet sie gerne, deshalb gibt es sieben Bände aus der „Frag doch mal die Maus“-Kindersachbuch-Reihe von ihr. Sie lebt mit ihrem Mann, einem sehr neugierigen Sohn und drei Katzen in der Nähe von München.

Freitag, 16.10.2020              Beginn 20.00 Uhr              Ludwig-Thoma-Haus

„Karl Valentin – Abgründe eines Komikers“

Michael Lerchenberg präsentiert am 16.10.2020 in Kooperation mit den TheaterTagen den grandiosen Komiker, Humoristen, Autor, Schauspieler und Filmproduzenten Karl Valentin und seine kongeniale Partnerin Liesl Karlstadt. Akteur am Cello: Jost-H. Hecker

Valentins Sketche, Stücke und Filme sind Klassiker. Den „Firmling“ oder die „Orchesterprobe“ kennt beinahe jeder und manches wie der „Buchbinder Wanninger“ ist zumindest im süddeutschen Sprachraum sprichwörtlich geworden. Sein Humor ist geprägt von einem außergewöhnlichen Sprachwitz, sodass ihn die zeitgenössischen Kritiker als „Wortzerklauberer“ lobten. Valentin war Pessimist, seine Komik ist oft tragisch und genährt durch den ständigen Kampf mit alltäglichen Dingen wie der Auseinandersetzung mit Behörden und Mitmenschen. Und wie sich die Tücken und Katastrophen des Alltags in seinem künstlerischen Schaffen berghoch türmten, taten sie das auch in seinem Privatleben. Michael Lerchenberg lotet diese Abgründe im Leben und Werk Karl Valentins aus. Er liest und rezitiert, er erzählt und spielt und schlägt die große Trommel. Mit ihm agiert und streicht am Cello Jost-H. Hecker.

Michael Lerchenberg ist Schauspieler, Regisseur, Drehbuchautor und Intendant. Bayernweit wurde er als Darsteller des ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber beim alljährlichen Starkbieranstich auf den Nockherberg in München bekannt. Von 2008 bis 2010 leuchtete er in der traditionellen Rolle des Bruder Barnabas den Politikern heim.

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