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Der Jugendmigrationsdienst JMD Dachau feiert Fünfjähriges

Das JMD-Team: Bereichsleiterin Katrin Rauscher (ganz li.), Teamleiterin Isabel Junges (ganz re.) sowie die Dachauer Mitarbeiterinnen Lisa Groeger und Diana Schneider

Der Jugendmigrationsdienst JMD Dachau ermöglicht eine erfolgreiche Integration junger Zuwanderer durch nachhaltige Beratung, Sprach- und Kompetenzschulung.

Im Oktober 2015, auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise, startete der Jugendmigrationsdienst in Dachau. Er ist Teil der Initiative "Jugend stärken", mit der sich das Bundesfamilienministerium deutschlandweit für eine bessere Integration junger Menschen einsetzt.  In der Friedensstraße 51 fand man geeignete Räumlichkeiten: Im vorderen Teil ein transparenter Schulungsraum, dahinter schließen sich Büros und Besprechungszimmer sowie eine gemütliche Küche an. Einladend wird die Atmosphäre vor allem durch die Menschen, die hier arbeiten: Die Sozialberaterin Diana Marcela Schneider kommt ursprünglich aus Kolumbien, hat Germanistik studiert und arbeitet seit April 2019 für den Jugendmigrationsdienst Dachau. Sie berät und begleitet die jungen Zuwanderer im Alter zwischen zwölf und 27 Jahren in allen Fragen der Alltagsbewältigung. Ihre Kollegin Lisa Groeger ist Sozialpädagogin und bietet als "Respekt Coach" an Schulen Workshops zur Extremismus-Prävention und Demokratieförderung an. Beide sind hoch motiviert. Sich für junge Menschen in einer schwierigen Lage einzusetzen ist ihnen mehr als nur ein Job.

Der Jugendmigrationsdienst ist Teil des Internationalen Bunds (IB), einem bundesweit tätigen freien Träger der Jugend-, Sozial- und Bildungsarbeit. Der Jugendmigrationsdienst arbeitet eng mit etablierten Sozial-, Bildungs- und Fördereinrichtungen zusammen, zum Beispiel mit der Caritas bei der Jugend- und Elternberatung, mit der Berufsschule Dachau bei der Berufsintegration oder mit der Agentur für Arbeit und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). So werden im Schulungsraum vormittags und abends Deutschkurse angeboten, die übers BAMF gefördert werden.

Beratung für Eltern und Kinder

Im JMD Dachau sind die Mitarbeiterinnen selbstverständlich für alle jungen Zuwanderer im Alter zwischen 12 und 27 Jahren da. Und für deren Eltern, wenn sie Fragen haben. Wie im Fall der deutschstämmigen Familie Igeler aus Honduras. Der Vater arbeitet seit einem Jahr als Telekom-Ingenieur in München. Eine Wohnung für sich und seine Familie zu finden war schwierig genug. Mit den Fragen zur Schulausbildung seiner beiden Kinder Hans (16) und Annie (14) waren er und seine Frau Linda überfordert. Die Kinder sprachen bis vor einem Jahr noch kein Deutsch. Nun gehen sie in die Mittelschule in Markt-Indersdorf, besuchen den M-Zweig und wollen später auf die Fachoberschule. Ihr Deutsch ist erstaunlich gut. Geholfen hat ihnen der Kontakt zum JMD und insbesondere die Unterstützung durch Diana Schneider.

"Es ging erst einmal darum, dass die Kinder in einem schulischen Umfeld so schnell wie möglich Deutsch lernen, aber auch darum, welcher Bildungsweg sich für sie im Hinblick ihrer Fähigkeiten und Wünsche am besten eignet", erklärt Diana Schneider. Die Familie war regelmäßig in ihrer Beratung, sowohl persönlich im Büro als auch telefonisch und per E-Mail. "Am wichtigsten war die Unterstützung bei der schulischen Integration, dann ging es um die Kompetenzfeststellung zur Berufsorientierung. Wir unterstützen die Kinder auch bei ihren Hobbies, Hans zum Beispiel durch die Vermittlung an den MINT-Campus in Dachau."

Vielfältiges Aufgabengebiet

Madalina Costache kam nach Abschluss der zehnten Klasse vor zwei Jahren aus Rumänien nach Dachau, wo ihre Eltern bereits seit längerer Zeit leben und arbeiten. Diana Schneider half ihr anfangs unter anderem mit einem Deutschkurs, beim Kontakt mit dem Job-Center und dem Landratsamt. Der IB half bei der Vermittlung einer Ausbildung. „Das erste Jahr in Deutschland war hart“, sagt die 19-Jährige. Erst nachdem ihr Diana Schneider einen Weg durch den Behördendschungel bahnte und sie fachlich und moralisch unterstützte, ging es aufwärts.

Das Aufgabengebiet des JMD reicht von der Beratung in allen Fragen der sozialen sowie der Arbeitsintegration über Schuldenberatung, gesunde Ernährung, Mediennutzung, sinnvolle Freizeitaktivitäten bis zur Kompetenzfeststellung. Diana Schneider begleitet die jungen Migranten zum Beispiel zur Ausländerbehörde oder zur Schule. Seit Oktober bietet sie jeden zweiten Dienstag eine Sprechstunde in der Berufsschule an.

Auch Respekt Coach Lisa Groeger ist an der Berufsschule Dachau anzutreffen, außerdem kooperiert sie mit den Mittelschulen in Karlsfeld und Dachau Süd. In ihren Workshops geht es beispielsweise um Diversität, Identifikationsbildung oder die Entwicklung von Zukunftsperspektiven. Zudem bietet Lisa Groeger einmal wöchentlich in Karlsfeld eine Mädchen-AG zu Themen wie Umgang mit sozialen Medien oder Gewaltprävention an. Insgesamt betreut sie 17 Klassen. Unterstützt werden die Mitarbeiterinnen in Dachau von ihrer Teamleitung, Isabel Junges, und der Bereichsleitung, Katrin Rauscher, ohne die die erfolgreiche Aufbauarbeit der letzten fünf Jahre nicht möglich gewesen wäre. Der JMD hat sich in dieser Zeit in Dachau nicht nur etabliert, er ist nicht mehr wegzudenken.

Jugendhilfe & Migration Jugendmigrationsdienst Dachau
Friedenstraße 51
85221 Dachau
Tel.: 08131-272 00 37 Mobil: 0176-586 276 38
E-Mail: Diana.Marcela.Schneider@ib.de

Text/Foto(s): A. Förster

Großes Bild: Das Team des JMD um Bereichsleiterin Katrin Rauscher (ganz li.) und Teamleiterin Isabel Junges (ganz re.) sowie den beiden Dachauer Mitarbeiterinnen Lisa Groeger und Diana Schneider

Kleine Bilder am Textende: Diana Schneider mit Familie Igeler aus Honduras und mit Madalina Costache aus Rumänien

 

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