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Kunterbunte Inklusion veranstaltet Aktionstag mit Fotoausstellung am 06.07.

Inklusion bedeutet alles für alle zugänglich zu machen. Das habe ich gelernt seit ich mich mit den drei Initiatorinnen der kunterbunten Inklusion, Marianne Nickl, Tanja Patti und Agnieszka Dinnebier,  traf. Allein die drei und ihr Engagement kennenzulernen war schon herzerfrischend und beeindruckend. Weil die Initiative Kunterbunte Inklusion am 6.7. im Innenhof der Firma Amperplastik in Dachau Ost einen Aktionstag unter dem Motto kunterbunte Lebenslinien veranstaltet, versprach ich ein wenig "Werbung" für die Veranstaltung auf Facebook zu machen. Dafür durfte ich Schnappschüsse des Fotoshootings nutzen, das die kunterbunten Inklusionistinnen für ihren Aktionstag veranstaltet hatten. Dort wird nämlich eine wunderschöne Fotoausstellung gezeigt, die Kinder -mit und ohne Beeinträchtigung- in ihrem Traumberufen zeigt. Es kamen viele Reaktionen auf diesen Post. Durchweg positiv. Die Schnappschüsse der Buben und Mädchen sind ja auch aussagekräftig und unglaublich niedlich. Sie zeigen ganz klar, dass man Lebensträume nicht an der Kindergarten- oder Schultür abgeben darf und, dass jedes Kind seine Chance haben muss. Es waren also schon die Schnappschüsse toll! Auf die Originale bei der Ausstellung am 6.7. in Großformat bin ich sehr gespannt. Um 15.00 gehts am Samstag los. Es wird übrigens auch die bayerische Arbeits- und Sozialministerin Kerstin Schreyer anwesend sein. Und -auch sehr nett- die Uschi Kirchleitner aus Dahoam is Dahoam, sprich also die Schauspielerin Silke Popp wird auch da sein und Autogramme geben. Eine Reaktion auf diesen kleinen Post hat mich tief berührt, weil er mir im wahrsten Sinne "die Augen geöffnet" hat. Alles für alle zugänglich. Ganz genau. Blinde Menschen hatten zu unserem Post mit den Bildern keinen Zugang. Darüber hatte ich natürlich noch nie nachgedacht. Umso mehr fuhr es mir ins Herz, als ich zu der Fotostrecke heute eine Bildbeschreibung von Markus Ertl erhielt. Ertl ist Inklusionsbotschafter und blind. Er hat sich die Bilder beschreiben lassen. Wunderbar! Schaut und fühlt sie Euch genau an. Ich hatte Tränen in den Augen:Bild 1:

Zunächst befinden wir uns in einer Backstube. Zwei Kinder im Grundschulalter sind fröhlich dabei, aus Teigstücken Brezeln zu formen. Sie tragen die weiße Kleidung wie ein Koch, also kleine Kochmützen und Jäckchen mit 2-reihiger Knopfleiste, wobei sich grüne und rote Knöpfe abwechseln. Unter der Mütze eines Kindes ragen braune Löckchen hervor, das andere Kind hat wohl dunkelblonde geflochtene Zöpfe, die mit roten und grünen Zopfhaltern versehen sind. Die Kinder stehen vor einem Regal, das mit mehreren übereinander eingehängten Holztabletts bestückt ist.

Bild 2

zeigt uns zwei Mädchen, wohl im Alter von ca. 10 Jahren, sie beschäftigen sich mit einem braun-weiß-gefleckten Pony, dessen Mähne am Kopf braun und am Hals weiß aussieht. Interessant ist, dass auch der Schweif 2-farbig ist, also auch braun und weiß gemischt. Beide Kinder tragen die gleiche Kleidung, nämlich ein dunkelblaues kurzärmeliges Poloshirt und eine beige Hose mit dunkelblau abgesetzten Hosentaschensäumen. Beide Kinder haben dunkelbraunes Haar, das zu einem Zopf nach hinten gebunden ist. Eines der Kinder trägt eine Brille. Und dieses lässt sich die Hand vom Pferdchen beschnuppern und wohl auch anzüngeln, es scheint zu kitzeln, denn es lacht. Das andere Kind hat beide Hände auf dem Rücken des Pferdes und schaut dem Kind zu.

Mit Bild Nummer 3

werden wir in ein Augenoptikerfachgeschäft eingeladen. Hier sind eine blonde langhaarige Dame in schwarz-weiß-gemusterter Bluse und ein dunkelhaariges Mädchen (von ca. 12 Jahren) in einer hellbraunen Bluse mit rötlichen Punkten sowie einer schwarzen runden Kunststoffbrille zu sehen, das einen Zopf trägt, der mit einem lilafarbenen Stoffband zusammengehalten wird. Und jetzt erkenne ich, was hier stattfindet, nämlich ein Sehtest, den das Kind mit dieser Dame durchführt,  denn diese Dame trägt offenbar diese Spezialbrille, in die man verschiedene Glasstärken integrieren kann, um die Sehstärke festzustellen. Das Kind hält der Dame wohl eine Leseprobe vor deren Gesicht. Beide haben offenbar großen Spaß dabei, sie lachen.

Und schon sind wir beim nächsten Bild bzw. dem nächsten Beruf angelangt.

Hier sehen wir zwei fröhlich lachende junge Herren im Alter von ca. 15 Jahren. Welche Berufsgruppe sie hier vorstellen, ist mir nicht gänzlich klar. Die Geräte, die sie vor sich haben, könnten Bohrmaschinen sein oder Lötkolben oder Stanzwerkzeuge ... das erschließt sich mir nicht wirklich, obwohl ich technisch interessiert bin und mit zahlreichen Werkzeugen umgehen kann, also viele kenne. Die beiden Herren tragen die gleiche Frisur, die Seitenhaare sind förmlich abrasiert bis vielleicht auf einen halben Millimeter, die Deckhaare sind länger, so, wie 99 % der jungen Männer heute rumlaufen, einer ist braunhaarig, der andere blond. Sie tragen das gleiche T-Shirt in Dunkelblau mit hellblauem Logo.

Beim nächsten Bild

blicken wir auf einen jungen lächelnden Herrn, der eine Kochmütze trägt, eine schwarze eckige Kunststoffbrille, ein schwarzes langärmeliges Shirt und eine weiße Latzschürze. In seinen Händen hält er eine lange Schaufel, auf der eine Pizza liegt, diese ist er wohl dabei, in den neben ihm stehenden Steinofen hineinzuschieben bzw. herauszuholen. Da es feststehende Bilder sind, kann man das nicht sicher sagen.

Die nächste Szene zeigt uns

einen ca. 10-jährigen Jungen mit einer eckigen schwarzen Kunststoffbrille. Man hat ihm Erwachsenenkleidung in Kindergröße angezogen, ein hellblaues langärmeliges Herrenoberhemd, dazu eine bläuliche Krawatte. Er sitzt an einem Schreibtisch, auf einem Chefsessel, ein weißer Flachbildschirm steht vor ihm, eine Tastatur liegt auf dem Tisch und er tippt auf einer Rechenmaschine etwas ein.

Beim letzten Bild

geht es um Schmuckdesign. Zwei junge Damen sitzen an einem Tisch, der mit Halskettenzubehör bestückt ist. Man sieht Setzkästen, die wohl mit verschiedenen Perlen gefüllt sind. Es stehen Präsentationsbüsten mit üppigen verschiedenfarbigen Halsketten neben den Mädchen auf dem Tisch. Eines der Mädchen ist wohl so ca. 12 Jahre alt, das andere wohl so 15. Beide tragen langes Haar, eines bräunlich, das ältere blond. Beide tragen dunkele Brillen. Die Kleine trägt ein schwarzes T-Shirt, die ältere der beiden eine dunkelblaue langärmelige Bluse mit hellblauem Anker-Muster. Beide tragen dicke Perlenketten um den Hals. In den Händen halten sie Bastelmaterial. Und damit endet die Bildershow 

Danke lieber Markus Ertl! Do hosd ma a Riesnfreid gmochd!

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