Redaktionelles

Räumliches Leitbild in Dachau nimmt Formen an

Im Bild sind OB Florian Hartmann und Moritz Reinhold (Bauamt) links und die Stadtentwickler Stefan Leuninger und Annegret Michler sowie Ariane Jungwirth (Projektleiterin) und Antonia Ivankovic, Referendarin im Bauamt

Dachau – Weit mehr als 2000 Dachauerinnen und Dachau haben sich bei der ersten Stufe zur Entwicklung eines räumlichen Leitbilds eingebracht.  Allein in der interaktiven Karte auf www.dachaudenktweiter.de haben 484 Nutzer 2.101 Beiträge gepostet. Eine Auswertung nach Kategorien ist seit dem 12. März auf der Internetseite ergänzt. Jeder kann nun die Nennungen pro Handlungsfeld nach Stadtteil studieren. Die einzelnen Statements seien zwar nicht mehr sichtbar, sondern in Kategorien zusammengefasst, erklärt Annegret Michler von Stadtentwicklungsbüro Leuninger & Michler. Das erleichtere den weiteren Prozess, den als nächsten Schritt die Stadträte im Bau- und Planungsausschuss am 2. April diskutieren werden. Erst nach erfolgtem Stadtratsbeschluss wird das gewichtige, mehr als 100 Seiten umfassende Gesamtergebnis der mehrmonatigen Bürgerbeteiligung gemeinsam mit den 17 Fachgesprächen zwischen den Stadtentwicklern und Experten von Naturschutz-, Jugend- und Sozialverbänden sowie Mieterverein, IHK, Einzelhandel und anderen auch im Internet für alle zugänglich sein. „Die Dachauer haben sich wirklich konstruktiv eingebracht und auch nicht mit Lob gespart“, freut sich die Projektleiterin der Stadt, Ariane Jungwirth.

Neben den Internetnutzern gingen Dutzende zum Teil mit detaillierten Zeichnungen, sogenannten „mental maps“ ergänzte Postkarten und E-Mails sowie ein ausführlicher Brief zum Thema Naturraum bei den Stadtplanern ein. Überhaupt gehörten „grüne“ Anliegen zu den Schwerpunktthemen, nur übertroffen vom Thema Mobilität, das 56 Prozent aller Zuschriften und Postings ausmachte. „Viele sorgen sich auch um die Entwicklung ihres Viertels“, sagt Bauamtsleiter Moritz Reinhold. „Bewohner zum Beispiel von Etzenhausen oder auch Pellheim wollen ihre Identität bewahren“, ergänzt Oberbürgermeister Florian Hartmann. Das nehme man natürlich ernst. Auch die Altstadt als Platz für Kommunikation, Gastronomie und Kultur sei vielen wichtig. Weitere Themen waren die gewerbliche Entwicklung im Verbund mit der Siedlungsentwicklung, der Nahversorgung und der sozialen Infrastruktur sowie die Themen Sport(flächen), Kultur und Stadtbild. Gemeint ist: Wie soll die Stadt künftig aussehen: Baut man mehr in die Höhe oder nicht, welcher Bautypus wird bevorzugt, macht man überhaupt Gestaltungsvorgaben, wo wird Bauen künftig generell nicht erlaubt sein, weil man beispielsweise einen Grüngürtel haben möchte…

Zusammen mit den regelmäßigen Abstimmungen seitens der Stadtplanung, der Projektleitung, dem Bauamt und dem Oberbürgermeister, in die auch aktuelle Themen und Planungen wie die Nachnutzung des MD-Geländes mit einflossen, werden die Ergebnisse nun dem Stadtrat vorgelegt. Nun soll in Etappe 2 die Mitarbeit am Prozess im nächsten halben Jahr intensiviert werden. Es wird also vor der Sommerpause voraussichtlich noch eine große Veranstaltung geben, an der Experten, Verwaltung und die Bürger mitwirken können und sollen. Ziel ist ein konkreter Leitbildentwurf, der schließlich und endlich in den neuen Flächennutzungsplan münden soll.

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