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Frühstücks-Cafés in Dachau: Café Samstagskinder

Morgens wie ein Kaiser, mittags wie ein König und abends wie ein Bettelmann, heißt es im Volksmund. Das ist, wenngleich es nicht für jeden gilt, auch aus ernährungswissenschaftlichen Kriterien durchaus sinnvoll. Für nicht wenige Ernährungswissenschaftler ist das Frühstück die wichtigste Mahlzeit des Tages.

Das Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit des Tages, sagt der Volksmund. Oder auch: Morgens wie ein Kaiser, mittags wie ein König und abends wie ein Bettelmann. Das ist, auch wenn das nicht für alle gilt, auch aus ernährungswissenschaftlichen Kriterien durchaus sinnvoll. Für einen guten Start in den Tag brauchen wir am Morgen Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und Bioaktiv-Stoffe. Diese Fitmacher geben uns geistige und körperliche Kraft. Wir haben ein stärkeres Immunsystem, bleiben gesund, haben eine bessere Konzentration und erbringen bessere Leistungen. Zudem leiden Menschen, die täglich frühstücken, seltener an Fettleibigkeit und Diabetes.

Das soll aber nicht heißen, dass Menschen, die nicht oder selten frühstücken, weniger gesund sind. Sie müssen ihren Energiehaushalt dann eben später füllen.  Wir finden: Wenn schon frühstücken, dann wenigstens mit Stil. Somit haben wir für unsere Leser eine kleine Auswahl von Cafés herausgesucht, deren Frühstücksangebot uns überzeugen konnte. Als Orientierungshilfe für unsere Leser*innen haben wir dabei verschiedenen Kriterien unter die Lupe genommen:

Wie und wo liegt es? Was gibt es und was kostet‘s? Wer geht hin? Reservierung erforderlich? Adresse, Telefon, Webseite

Jede Woche werden wir ein neues Café vorstellen und am Ende nochmal eine Zusammenfassung bringen.

Den Anfang machte das Caffe del Corso. Im zweiten Teil unserer Serie stellen wir das Café Samstagskinder vor.

Serving Happiness

Das Café Samstagskinder eröffnete Mitte Mai im ehemaligen Café Glück inmitten der Dachauer Altstadt. Schon beim Blick durch die breite Glasfront lässt sich erkennen: Das Glück ist der Location hold geblieben. „Serving Happiness“ ist das Motto des schnuckeligen Laden-Cafés im schicken Bistro-Look mit bonbonbunten Stühlen und vielen fröhlichen Details. Es gibt eigenes Geschirr und Tassen, die das Motto „Serving Happiness“ in die Welt tragen sollen. Die Lampen über der Theke sind aus handgefertigtem Nymphenburger Porzellan. Witzig ist Idee, über der Durchreiche Holzleisten anzubringen und ein „Best of“ der Getränkekarte auf Steckkärtchen zu präsentieren. Geleitet wird das Café Samstagskinder von drei jungen Frauen: Jennifer Stolle, Lina Homann und Annika Wenzel haben Erfahrung in der Gastronomie („Paul und Paula“ in der Jocherstraße) und mit Kulturevents („White Paper Festival“). Der Name „Samstagskinder“ geht auf den Volksglauben zurück, wonach die an einem Samstag Geborenen magische Glücksbringer sein sollen. „Jeder Gast oder Kunde soll sich genauso fühlen“, versichert Marketing-Expertin Annika Wenzel. Jennifer Stolle ist für die Küche zuständig. Wie gut sie ist, konnten wir schon bei einem Testessen mit Schinkennudeln, geriebenem Käse und Salatbouquet feststellen – so einfach wie genial, frisch, lecker und bekömmlich. „Wir kaufen so viel es geht regional und bio ein“, erklärt Stolle. Die Gäste erwartet demnach neben dem täglich wechselnden Mittagsgericht auch ein gesundes Frühstücksangebot und hausgemachter Kuchen. Der Kaffee kommt aus einer glänzend neuen Fiorenzato Ducale.

Die Gäste, oftmals junge Leute aus dem riesigen Freundeskreis der drei Betreiberinnen, außerdem morgens viele Mamas mit kleineren Kindern, am Wochenende Familien, mittags und abends Geschäftsleute und Hipster bei Kultur-Events, sitzen auch gerne draußen auf der Terrasse gegenüber der Süddeutschen Zeitung.

Das Angebot ist ziemlich anders als alles, was es sonst so an Frühstücksangeboten gibt. Das liegt vor allem an Jennifers Experimentierfreudigkeit. So gibt es ein wunderbares Apfel-Nuss-Müsli mit Mandelmilch, eine erfrischende, vegane Smoothie Bowl mit getrockneten Bananen, Spinat, O-Sanft und Granola (mit Kokosfett selbst gemacht, im Ofen gebacken), frischen Früchten der Saison und Dattelsirup – ein Gedicht. Ungewöhnliche Sattmacher sind auch das Röstbrot Emil mit Erdnussbutter aus Holland, Beeren, das Brot von der Bäckerei Arnold wird übrigens immer mit glutenfreiem Buchweizenmehr hergestellt. Oder die jetzt schon legendären French Toasts Monte Christo (mit Schinken und Käse und Cranberry-Zwiebel-Chutney) und Kienader (mit Camembert, Röstzwiebeln, hausgemachter Feigen-/Senfsauce) – oder, da ist Jenny ganz spontan, an einem Samstag mal was ganz anderes wie ein Frühstück Luigi mit Melonen Caprese, Salzschinken und feinem Röstbrot. Alles durch die Bank Geschmacksbomben, die im Mund explodieren… Die Preise starten bei 1,90 für ein blankes Croissant, 4,40 für ein Müsli im Glas, süßes Frühstückspannini für 5,70; Röstbrot Emiel, Joy und Egg Benedict für 6,60, im Sommer auch mit Frühstücksdrinks wie Bananen-Schoko-Milch oder Beeren-Smoothie für 4,40 Euro.

Bei der Produktauswahl stehen vor allem social entrepreneurship und Nachhaltigkeit im Vordergrund. Im Laden gibt es Safran von einem afghanischen Frauenkollektiv, Tee aus Myanmar... Innerhalb des Cafés wird auf alles verzichtet, was vermeidbaren Restmüll verursachen könnte: Statt To-Go-Becher gibt es Keep-Cups. Die Geschenkkörbe werden mit einem abbaubaren Zellstoff verpackt.

Samstagskinder, Wieninger Straße 3, 85221 Dachau.

Öffnungszeiten: Mo, Di, Do 7.30 – 18 Uhr Fr 7.30 – 24 Uhr Sa 9 – 15 Uhr

Während der Sommerferien: Mo, Di, Do, Fr 9 bis 16 Uhr, Sa 9 bis 14 Uhr; Betriebsurlaub: 19. – 26. August 2019

Kontakt: hallo@samstagskinder.com sowie auf Instagram und Facebook (Samstagskinder) und auf der Homepage: https://samstagskinder.com/

(Text/Fotos: A. Förster)

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